Von Anfang an war klar, dass die Musiker und der Klang des Orchesters einen Raum benötigen, in welchem man sich in der VR befindet und dort interagieren kann. Außerdem ist es für den Nutzer extrem wichtig einen räumlichen Bezug zu haben, damit er sich nicht verloren fühlt. Für diese Aufgabe wurde erst einmal ein Objekt entwickelt auf dem sich die Musiker befinden und mit dem interagiert wird. Die Anordnung des Orchesters stand zur Diskussion, denn aufgrund der Anordnung während der Aufnahmen gibt es Einschränkung in der Weiterverarbeitung und der Ordnung im Raum. Der Aufbau des Orchesters geht in die Richtung des „deutschen Aufbaus“. Die ersten Violinen sitzen links und die zweiten rechts. Die Blechbläser, Hörner und Schlagwerk sitzen weiter hinten.

Damit für den Nutzer ein Überblick des Orchesters bestehen bleibt, werden die Bereiche stufig nach hinten etwas höher angesetzt. Mit einem kleinen Raft und schrägen Elementen werden die Kanten mit dem Boden verbunden. Die eckige Gestalt der Bühne greift die Formensprache des Raumes auf - dazu später mehr. Die Musiker nehmen Platz auf den Plattformen. Der Dirigent steht vorne auf der rautenförmigen Erhöhung.

Für die Umgebungsgestaltung gab es verschiedene wichtige Anhaltspunkte. Der erste war die Reduktion von Details und Realismus, da die Anwendung auf verschiedenen Plattformen anwendbar sein soll. Auch die Farbigkeit und Textur der Umgebung sollte nicht vom eigentlichen Geschehen ablenken. Deshalb war einer der Entwürfe heller und weißlich, der andere etwas dunkler. Zudem war es ausschlaggebend, den Unterschied bzw. Vor- und Nachteile zwischen einer offenen Gegend und einem geschlossenen Raum herauszuarbeiten. Da gegen den dunklen Entwurf entschieden wurde, werden die Ideen hierfür nur kurz erläutert.

Dunkel:

Man befindet sich auf einer großen runden Plattform und ist von einem Lichtschein und einem Low-Poly Terrain umgeben. Die Bühne befindet sich mitten auf der Plattform. Es gibt wenig Ablenkung und man lässt sich sehr auf das Orchester ein. Allerdings fühlt man sich sehr verloren, weil die Umgebung unbekannt und sehr leer ist. Die dunkle Farbstimmung wirkte aber auf viele Tester sehr angenehm. Auf diese wurde im realisierten Entwurf hingearbeitet.

 

Heller:

In diesem Konzept wird ein geschlossener, indirekt beleuchteter Raum erstellt, der die Anmutung eines Konzertsaals gibt. Es gibt allerdings keine Ränge oder Plätze für Publikum. Der Raum existiert nur für das Orchester und den Nutzer. Er besitzt sehr hohe Decken und weitläufig Platz zu den Wänden. Aufgrund der räumlichen Referenz und der Beleuchtung fühlt man sich hier deutlich wohler und vielmehr ins Geschehen eingebunden. Die Wände geben durch die verschobenen Quader eine Struktur, sodass die Wand gar keine materielle Struktur benötigt. Wenn man vom Dirigent in Richtung des Orchesters blickt, bildet der Raum eine Kraftlinie, die auf das Orchester führt. Das Objekt hinter dem Orchester wirft viel indirektes Licht in den Raum und gibt ein Zentrum, vor dem sich das Orchester befindet. Die Formensprache des Raumes ist sehr eckig und verschoben, damit Platz und Fläche für das Licht geschaffen wird. Durch das Licht wird die Bühne an sich in den Vordergrund gerückt. Die folgenden Bilder verdeutlichen das Konzept des Raumes.

Wie Interaktion mit der Bühne, den Musikern und dem Raum stattfindet, wird im Blogpost über das UX- und Interaktionskonzept erläutert.